Google Fotos sammelt heimlich diese Daten: So schützt du deine Privatsphäre in 2 Minuten

Google Fotos ist zweifellos eine der praktischsten Lösungen, um Erinnerungen zu organisieren und jederzeit verfügbar zu haben. Doch hinter der Bequemlichkeit verbirgt sich eine Funktion, die nicht jedem bewusst ist: die Gesichtserkennung. Diese Technologie analysiert Gesichter in deinen Bildern und gruppiert sie automatisch nach Personen. Was zunächst nützlich klingt, bedeutet aber auch, dass Google biometrische Daten über dich und deine Kontakte sammelt und speichert. Wer seine Privatsphäre schätzt, sollte sich diese Funktion genauer ansehen und gegebenenfalls deaktivieren.

Warum die Gesichtserkennung ein Datenschutz-Thema ist

Biometrische Daten sind besonders sensibel und gehören zu den persönlichsten Informationen überhaupt. Anders als ein Passwort kannst du dein Gesicht nicht ändern. Einmal erfasst, bleiben diese Merkmale dauerhaft mit deiner Identität verknüpft. Google nutzt maschinelles Lernen, um Gesichtsmuster zu analysieren und Personen zuzuordnen – eine beeindruckende technische Leistung, die jedoch Fragen aufwirft.

Die Verarbeitung solcher Daten unterliegt der DSGVO, die biometrische Informationen streng reguliert. Ein konkretes Beispiel zeigt die Brisanz: In den USA zahlte Google 100 Millionen Dollar Strafe wegen der Gesichtserkennung in Illinois. Das Problem war, dass auch Gesichtsmodelle von Personen erstellt wurden, die selbst keine Fotos hochgeladen hatten und daher nicht informiert werden konnten. Immerhin bestätigt Google offiziell, dass diese Gesichtergruppen nur für dich sichtbar sind und nicht an andere Nutzer weitergegeben werden. Zudem werden die Daten nicht für Werbezwecke oder zum Training generativer KI verwendet.

Wer sich unwohl dabei fühlt, dass ein Konzern diese intimen Informationen speichert, hat zum Glück die Kontrolle darüber und kann die Gesichtserkennung jederzeit abschalten.

So deaktivierst du die Gesichtserkennung in Google Fotos

Der Prozess ist erfreulich unkompliziert und dauert nur wenige Sekunden. Öffne zunächst die Google Fotos-App auf deinem Smartphone oder rufe die Web-Version am Computer auf. Tippe dann auf dein Profilbild in der oberen rechten Ecke und wähle Einstellungen für Google Fotos aus.

Navigiere zu den Einstellungen und tippe dort auf Datenschutz. Hier findest du die Option zur Gesichtergruppierung, die du einfach deaktivieren kannst. Beachte dabei, dass diese Funktion in verschiedenen Ländern unterschiedlich verfügbar ist und unterschiedlichen Datenschutzauflagen unterliegt.

Was passiert nach der Deaktivierung?

Sobald du die Gesichtserkennung ausschaltest, stoppt Google die weitere Analyse deiner Fotos auf Gesichter. Die bereits erstellten Gesichtsgruppen bleiben allerdings zunächst bestehen. Um diese vollständig zu löschen, musst du einen zusätzlichen Schritt gehen: Wähle in den Einstellungen die Option zum Löschen der Gesichtsmodelle. Google entfernt dann alle biometrischen Daten, die aus deinen Fotos extrahiert wurden. Diese werden auch automatisch gelöscht, wenn dein Google Fotos-Konto länger als zwei Jahre inaktiv ist.

Beachte jedoch, dass die Fotos selbst natürlich erhalten bleiben – nur die dahinterliegenden Algorithmen zur Personenerkennung werden nicht mehr angewendet und die entsprechenden Datenmodelle gelöscht.

Standortdaten: Der zweite kritische Punkt

Neben der Gesichtserkennung gibt es noch einen weiteren Datenschutz-Aspekt bei Google Fotos, der oft unterschätzt wird: die Standortinformationen. Jedes mit dem Smartphone aufgenommene Foto enthält standardmäßig GPS-Koordinaten in den sogenannten EXIF-Metadaten. Google Fotos nutzt diese Informationen, um deine Bilder auf einer Karte anzuzeigen und nach Orten zu sortieren.

Die gute Nachricht: Aufnahmeorte sind bei Google Fotos standardmäßig privat und werden nicht automatisch mit anderen geteilt. Die Standortinformationen werden nur freigegeben, wenn du sie beim Erstellen einer neuen Unterhaltung oder eines geteilten Albums explizit aktivierst. Trotzdem solltest du vor dem Teilen von Fotos genau prüfen, welche Informationen mitwandern.

Standortfreigabe richtig konfigurieren

In den Einstellungen von Google Fotos findest du den Punkt Standort. Hier kannst du festlegen, ob die App überhaupt Standortinformationen speichern darf. Deaktivierst du diese Option, werden künftige Fotos ohne GPS-Daten hochgeladen.

Für bereits hochgeladene Bilder kannst du die Standortinformationen manuell bearbeiten oder entfernen. Du hast die Möglichkeit zu überprüfen, welche Fotos Ortsdaten enthalten, und diese vor dem Teilen gezielt zu löschen. Das gibt dir volle Kontrolle darüber, welche Informationen du preisgibst.

Metadaten manuell entfernen

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann Metadaten auch manuell bereinigen. Bei Google Fotos funktioniert das so: Wähle das gewünschte Foto aus und tippe auf das Teilen-Symbol. Im Freigabe-Dialog erscheint oft der Hinweis auf eingebettete Standortdaten. Nutze die verfügbaren Optionen, um diese Informationen vor dem Versenden zu entfernen.

Alternativ kannst du Fotos vor dem Hochladen bereits am Computer bearbeiten. Programme wie ExifTool oder auch die Windows-Eigenschaften ermöglichen es, sämtliche Metadaten mit wenigen Klicks zu löschen. Der Vorteil: Die Originaldateien gelangen erst gar nicht mit sensiblen Daten in die Cloud.

Weitere Datenschutz-Einstellungen für deine Privatsphäre

Google Fotos bietet noch weitere Optionen, die deine Privatsphäre stärken. In den Einstellungen lohnt sich ein Blick auf die gemeinsamen Bibliotheken: Prüfe, mit wem du automatisch Fotos teilst. Manche Nutzer richten versehentlich eine dauerhafte Freigabe mit Partnern oder Familienmitgliedern ein und vergessen dies. Auch bei den Erinnerungen solltest du aufmerksam sein – Google erstellt aus alten Fotos automatisch Rückblicke. Du kannst bestimmte Zeiträume von diesen Erinnerungen ausschließen, falls unangenehme Momente auftauchen.

Alte Freigabelinks können zum Sicherheitsrisiko werden. Überprüfe regelmäßig aktive Links und lösche nicht mehr benötigte. In deinem Google-Konto unter Sicherheit siehst du außerdem, welche Apps Zugriff auf deine Fotos haben. Entferne Apps, die du nicht mehr nutzt – das minimiert potenzielle Schwachstellen.

Alternativen für maximalen Datenschutz

Wem die Datenschutz-Bedenken bei Google Fotos zu groß werden, findet mittlerweile interessante Alternativen. Dienste wie Nextcloud mit der Memories-App bieten ähnliche Funktionen, speichern die Daten aber auf deinem eigenen Server oder bei einem Anbieter deiner Wahl. PhotoPrism ist eine weitere Open-Source-Lösung, die komplett ohne Cloud-Anbindung auskommt und dir die volle Kontrolle über deine Daten gibt.

Um deine Privatsphäre langfristig zu schützen, empfehlen sich einige Gewohnheiten: Deaktiviere die GPS-Funktion der Kamera-App, wenn du sensible Orte fotografierst. Nutze die Google-Fotos-Funktion zum Archivieren statt Löschen bei Bildern, die nicht in der Hauptansicht erscheinen sollen. Überprüfe außerdem vierteljährlich deine Datenschutz-Einstellungen – Google aktualisiert diese regelmäßig und fügt neue Optionen hinzu.

Besonders wichtig: Informiere auch Freunde und Familie über die Metadaten-Problematik. Viele teilen arglos Fotos, ohne zu wissen, dass sie damit Standorte von anderen Personen preisgeben könnten. Die Kontrolle über biometrische Daten und Standortinformationen liegt letztlich in deiner Hand. Mit den beschriebenen Einstellungen kannst du Google Fotos weiterhin nutzen, ohne unnötig sensible Informationen preiszugeben. Ein paar Minuten Konfiguration schaffen ein deutlich besseres Gefühl bei der täglichen Nutzung – und deine Privatsphäre bleibt dort, wo sie hingehört: bei dir.

Nutzt du bei Google Fotos die Gesichtserkennung?
Ja und finde es praktisch
Ja aber werde es deaktivieren
Nein bereits deaktiviert
Nutze Google Fotos gar nicht
Wusste nicht dass es das gibt

Schreibe einen Kommentar