Wer sich eine Wear OS Smartwatch wie die Google Pixel Watch oder Samsung Galaxy Watch zulegt, denkt zunächst an coole Features, Fitnesstracking und die nahtlose Integration mit dem Smartphone. Doch ein Aspekt wird beim Kauf oft übersehen: Wie lange erhält meine Uhr eigentlich Software-Updates? Die Antwort darauf unterscheidet sich je nach Hersteller dramatisch und kann darüber entscheiden, ob eure Smartwatch in zwei Jahren noch zeitgemäß ist oder zum digitalen Dinosaurier wird.
Warum Updates bei Smartwatches so wichtig sind
Im Gegensatz zu klassischen Uhren sind Smartwatches kleine Computer am Handgelenk. Sie kommunizieren ständig mit eurem Smartphone, verarbeiten Gesundheitsdaten und greifen auf verschiedene Apps zu. Ohne regelmäßige Updates entstehen gleich mehrere Probleme: Sicherheitslücken bleiben offen, neue Features der neuesten Android-Version funktionieren nicht mehr richtig, und Apps können irgendwann ihren Dienst verweigern. Besonders die Sicherheitspatches sind für die Funktionsfähigkeit und Aktualität der Smartwatch entscheidend. Eine veraltete Software kann die Nutzererfahrung erheblich beeinträchtigen, selbst wenn das Smartphone selbst topaktuell ist.
Google Pixel Watch mit neuem Update-Rhythmus
Google setzt bei der Pixel Watch auf regelmäßige Software-Aktualisierungen. Der Suchmaschinenriese versorgt seine Smartwatch-Modelle kontinuierlich mit neuen Wear OS Versionen und Sicherheitsupdates. Die Pixel Watch 2, 3 und 4 erhielten im Dezember 2025 das Update auf Wear OS 6.1, was zeigt, dass Google seine Hardware aktiv pflegt und ernst nimmt.
Besonders interessant ist die Umstellung des Update-Systems. Statt monatlicher Aktualisierungen erfolgen die Wear OS Updates für die Pixel Watch mittlerweile vierteljährlich. Das bedeutet vier größere Updates pro Jahr, die sowohl neue Funktionen als auch Sicherheitsverbesserungen bringen. Für Nutzer bedeutet das mehr Stabilität und weniger häufige Unterbrechungen durch kleine Patches.
Samsung Galaxy Watch mit eigener Oberfläche
Samsung gehört zu den größten Smartwatch-Herstellern im Wear OS Ökosystem. Die Galaxy Watch-Serie läuft seit der Galaxy Watch 4 mit Wear OS, allerdings mit Samsungs eigener One UI Watch Oberfläche. Der koreanische Hersteller versorgt seine Flaggschiff-Modelle mit Sicherheitsupdates, wobei die genaue Dauer je nach Modell variiert.
In der Praxis gibt es jedoch einen Unterschied zwischen Sicherheitspatches und großen Betriebssystem-Updates: Während die Sicherheitsupdates relativ zuverlässig ausgerollt werden, dauert es bei neuen Wear OS Versionen oft deutlich länger als bei der Pixel Watch. Wer Wert auf schnelle Updates legt, muss diesen Zeitverzug einkalkulieren.
One UI Watch als zweischneidiges Schwert
Samsungs eigene Benutzeroberfläche bringt exklusive Features mit sich, gleichzeitig bedeutet sie aber auch zusätzlichen Anpassungsaufwand bei jedem Update. Das verzögert den Rollout neuer Versionen erheblich. Trotzdem bietet Samsung solide Unterstützung über mehrere Jahre hinweg, was die Galaxy Watch-Serie zu einer verlässlichen Wahl macht.
OnePlus Watch hinkt hinterher
OnePlus positioniert seine Smartwatches als Preis-Leistungs-Alternative im Wear OS Segment. Beim Update-Tempo fällt der chinesische Hersteller jedoch deutlich zurück. Die OnePlus Watch 2 und Watch 3 haben noch nicht das Wear OS 6 Update erhalten, während andere Hersteller ihre Modelle bereits aktualisiert haben.
OnePlus verpasste zunächst die ursprüngliche Frist für das Wear OS 5 Update der Watch 2. Der Hersteller kündigte an, dass Wear OS 5 für die Watch 2 in naher Zukunft kommt, während Wear OS 6 für beide Modelle erst 2026 erwartet wird. Diese Verzögerungen machen OnePlus zu einer Ausnahme im Wear OS Ökosystem, und nicht im positiven Sinne. Wer eine OnePlus Watch kauft, sollte sich auf längere Wartezeiten einstellen.

Worauf ihr vor dem Kauf achten solltet
Bevor ihr euch für eine Wear OS Smartwatch entscheidet, lohnt sich ein Blick auf mehrere Kriterien. Die bisherige Update-Historie des Herstellers gibt Aufschluss darüber, wie ältere Modelle behandelt wurden. Ein Blick in Foren und Tech-News zeigt schnell, ob ein Hersteller zuverlässig ist oder Modelle nach kurzer Zeit im Stich lässt.
Die Aktualität zum Kaufzeitpunkt ist ebenso wichtig. Läuft auf der Uhr bereits die neueste Wear OS Version oder ist sie schon veraltet? Auch das Erscheinungsdatum spielt eine Rolle: Eine Uhr, die bereits ein Jahr auf dem Markt ist, hat entsprechend weniger Update-Zeit vor sich. Die Update-Geschwindigkeit im Vergleich zur Konkurrenz verrät, wie schnell der Hersteller auf neue Wear OS Versionen reagiert.
So überprüft ihr den Update-Status
Auf eurer Wear OS Uhr könnt ihr den aktuellen Software-Stand ganz einfach prüfen. Öffnet die Einstellungen, scrollt zu System und tippt auf Über. Dort seht ihr die Wear OS Version und das Datum des letzten Sicherheitspatches. Liegt dieses Datum mehr als drei Monate zurück, sollten bei euch die Alarmglocken läuten.
Über die gleiche Menüoption könnt ihr auch manuell nach Updates suchen. Manchmal werden verfügbare Aktualisierungen nicht automatisch heruntergeladen, besonders wenn der Akkustand niedrig ist oder keine WLAN-Verbindung besteht. Eine regelmäßige manuelle Prüfung schadet daher nicht.
Der Zusammenhang zwischen Preis und Support
Ein Muster wird schnell deutlich: Je teurer die Smartwatch, desto länger in der Regel der Update-Support. Das ist nachvollziehbar, denn Premium-Geräte sollen länger halten und rechtfertigen so ihren höheren Preis. Wer bereit ist, 400 Euro oder mehr für eine Galaxy Watch oder Pixel Watch auszugeben, hat in der Regel bessere Chancen auf längeren Support.
Budget-Modelle hingegen werden oft früher vom Update-Zyklus ausgeschlossen. Hier muss jeder für sich entscheiden: Lieber günstig kaufen und früher ersetzen, oder einmal mehr investieren und länger Freude haben? Die Investition in ein teureres Modell kann sich über die Jahre durchaus rechnen.
Timing ist alles beim Smartwatch-Kauf
Ein cleverer Trick für maximalen Update-Support: Wartet auf die nächste Generation. Wenn beispielsweise eine neue Pixel Watch oder Galaxy Watch erscheint, beginnt der Update-Zyklus von vorne. Wer kurz vor Auslaufen des Supports ein Vorgängermodell kauft, verschenkt wertvolle Software-Jahre.
Verfolgt die Release-Zyklen der Hersteller: Samsung bringt traditionell im August neue Galaxy Watches, Google aktualisiert die Pixel Watch zu verschiedenen Zeiten im Jahr mit vierteljährlichen Updates. Plant euren Kauf entsprechend, um das Maximum herauszuholen. Manchmal lohnt es sich, ein paar Wochen zu warten.
Fragmentierung bleibt Realität
Wear OS ist noch immer ein fragmentiertes Ökosystem. Anders als bei Apple gibt es keinen einheitlichen Standard. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits profitiert ihr von Vielfalt und Wettbewerb bei Design und Features. Andererseits müsst ihr genau hinschauen, um nicht auf veralteter Software hängen zu bleiben.
Die gute Nachricht: Google selbst gibt mit der Pixel Watch und dem vierteljährlichen Update-Rhythmus ein positives Beispiel. Andere Hersteller ziehen teilweise nach, wenn auch unterschiedlich schnell. OnePlus zeigt jedoch, dass nicht alle Hersteller gleichmäßig agieren. Bis sich das ändert, bleibt kritisches Hinterfragen beim Kauf die beste Strategie. Informiert euch gründlich, vergleicht die Update-Politik der Hersteller und entscheidet dann bewusst. Eure Smartwatch soll euch schließlich mehrere Jahre begleiten, nicht nach kurzer Zeit zur digitalen Antiquität werden.
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