Warum dein neuer Mac manche Programme nicht startet: Die versteckte Lösung für Apple Silicon

Was ist Rosetta 2 und warum braucht man es?

Wer von einem Intel-Mac auf einen der neuen Apple Silicon Chips umgestiegen ist, kennt vielleicht das Problem: Einige ältere Programme starten nicht oder zeigen kryptische Fehlermeldungen. Der Grund liegt in der grundlegend unterschiedlichen Prozessorarchitektur. Während Intel-Macs auf x86-Architektur setzen, arbeiten die M1-, M2- und M3-Chips mit ARM-basierten Prozessoren. Genau hier kommt Rosetta 2 ins Spiel – eine clevere Übersetzungsschicht, die Intel-Programme auf Apple Silicon zum Laufen bringt.

Warum Rosetta 2 nicht automatisch aktiv ist

Apple installiert Rosetta 2 standardmäßig nicht auf neuen Macs. Das mag zunächst überraschen, hat aber durchaus nachvollziehbare Gründe. Die Übersetzungsebene wird nicht von jedem Nutzer benötigt – besonders dann nicht, wenn ausschließlich native ARM-Anwendungen zum Einsatz kommen. Startest du eine Intel-App zum ersten Mal, erscheint normalerweise ein Dialog, der die Installation anbietet. Doch diese reaktive Methode hat Nachteile: Sie unterbricht den Workflow und kann bei bestimmten Anwendungen zu Komplikationen führen.

Die proaktive Installation über das Terminal

Statt bei jeder inkompatiblen App auf die Installationsaufforderung zu warten, kannst du Rosetta 2 vorab einrichten. Der effizienteste Weg führt über das Terminal – zugegeben, für manche ein einschüchterndes Werkzeug, aber die Lösung ist denkbar einfach. Öffne zunächst das Terminal über Spotlight oder über den Ordner Programme und dann Dienstprogramme. Im Terminal-Fenster gibst du folgenden Befehl ein: softwareupdate –install-rosetta

Bestätige mit Enter und folge den Anweisungen auf dem Bildschirm. Du musst den Lizenzbestimmungen zustimmen, indem du „A“ eingibst und erneut Enter drückst. Der Download und die Installation dauern je nach Internetverbindung nur wenige Minuten. Danach arbeitet Rosetta 2 im Hintergrund, ohne dass weitere Eingriffe nötig sind.

Für Fortgeschrittene: Die stille Installation

Wer den Prozess vollständig automatisieren möchte – etwa für mehrere Rechner in einem Unternehmen oder für Skripte – kann die Installation auch ohne Interaktion durchführen. Der Befehl softwareupdate –install-rosetta –agree-to-license akzeptiert die Lizenzbedingungen automatisch und installiert Rosetta 2 ohne weitere Rückfragen. Besonders praktisch für IT-Administratoren oder Tech-Enthusiasten, die ihre Macs mit Automatisierungstools einrichten.

Welche Apps profitieren von Rosetta 2

Die Liste der Software, die noch auf Intel-Code angewiesen ist, wird zwar kontinuierlich kürzer, doch bestimmte Anwendungsbereiche hinken hinterher. Professionelle Audio-Software mit Plug-ins von Drittanbietern, spezialisierte wissenschaftliche Programme oder ältere Unternehmenssoftware wurden oft noch nicht vollständig portiert. Auch manche Spiele, besonders ältere Titel, benötigen die Übersetzungsschicht.

Interessanterweise arbeiten selbst einige aktuelle Programme noch mit Intel-Code, weil Entwickler auf umfangreiche Bibliotheken zurückgreifen, die noch nicht für ARM optimiert wurden. In solchen Fällen funktioniert die App dank Rosetta 2 problemlos – nur eben nicht mit der vollen Performance-Ausbeute des M-Chips.

Performance-Unterschiede verstehen

Ein verbreiteter Irrtum besagt, dass über Rosetta 2 ausgeführte Programme deutlich langsamer laufen. Die Realität ist differenzierter. Apples Übersetzungstechnologie arbeitet überraschend effizient – viele Intel-Apps laufen auf Apple Silicon trotz Übersetzung schneller als auf älteren Intel-Macs. Der M1-Chip und seine Nachfolger sind schlichtweg so leistungsstark, dass sie den Übersetzungs-Overhead kompensieren. Das liegt auch daran, dass Rosetta 2 die Software bereits bei der Installation in ARM-kompatiblen Code übersetzt und nicht in Echtzeit arbeitet, was der Performance zugute kommt.

Dennoch bleibt ein Unterschied: Native ARM-Anwendungen nutzen die Prozessorarchitektur optimal aus und verbrauchen weniger Energie. Bei rechenintensiven Aufgaben wie Videobearbeitung oder 3D-Rendering macht sich der Unterschied zwischen nativer und übersetzter Ausführung durchaus bemerkbar. Für alltägliche Büroarbeiten oder Webbrowsing fällt die Differenz hingegen kaum ins Gewicht.

Überprüfen, welche Apps Rosetta nutzen

Du fragst dich, welche deiner installierten Programme auf die Übersetzungsebene angewiesen sind? Die Aktivitätsanzeige verrät es dir. Öffne sie über Programme und dann Dienstprogramme und füge die Spalte „Art“ hinzu, indem du mit Rechtsklick auf die Spaltenüberschriften klickst. Hier siehst du für jeden Prozess, ob er als „Apple“, „Intel“ oder „Universal“ läuft. Universal-Apps enthalten Code für beide Architekturen und wählen automatisch die passende Version – auf Apple Silicon Macs wird standardmäßig die native ARM-Version verwendet.

Potenzielle Stolpersteine und Lösungen

In seltenen Fällen verweigert eine Intel-App trotz installiertem Rosetta 2 den Dienst. Oft liegt das an Kernel-Erweiterungen oder Treibern, die direkten Hardware-Zugriff benötigen. Solche Low-Level-Komponenten lassen sich nicht einfach übersetzen und erfordern native ARM-Versionen. Besonders bei älterer Peripheriegeräte-Software oder VPN-Clients tritt dieses Problem auf.

Eine andere Fehlerquelle sind Apps, die Code-Signatur-Prüfungen durchführen. Da Rosetta 2 den ausführbaren Code modifiziert, schlagen manche Sicherheitsmechanismen Alarm. Hier hilft nur das Warten auf Updates der Entwickler oder die Suche nach Alternativen.

Der Blick in die Zukunft

Wie lange wird Apple Rosetta 2 noch unterstützen? Bei der ersten Rosetta-Version während des PowerPC-zu-Intel-Übergangs dauerte es etwa fünf Jahre bis zur Einstellung. Seit der Einführung von Apple Silicon Ende 2020 sind bereits einige Jahre vergangen, und Apple hat inzwischen konkrete Pläne kommuniziert: Mit macOS 28 wird die Funktionalität von Rosetta 2 deutlich eingeschränkt und konzentriert sich dann nur noch auf die Unterstützung von älteren Spielen. Für macOS 26 und 27 ist noch vollständige Unterstützung geplant.

Die Software-Landschaft wandelt sich kontinuierlich. Große Entwickler haben ihre wichtigsten Anwendungen längst portiert, kleinere folgen nach. Dennoch wird es immer Nischen-Software geben, die nie aktualisiert wird – für solche Fälle bleibt Rosetta 2 zumindest in den kommenden Jahren unverzichtbar. Die proaktive Installation über das Terminal ist eine dieser kleinen Optimierungen, die den Mac-Alltag reibungsloser machen. Statt bei jeder inkompatiblen App unterbrochen zu werden, läuft alles im Hintergrund – genau so, wie Apple-Nutzer es erwarten. Der einmalige Terminalbefehl ist schnell eingegeben und erspart langfristig Frustration.

Läuft auf deinem Mac noch Intel-Software über Rosetta 2?
Ja täglich mehrere Apps
Ja nur eine spezielle App
Alles bereits nativ ARM
Keine Ahnung was ich nutze
Noch auf Intel-Mac unterwegs

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