Wer mehrere E-Mail-Adressen jongliert, kennt das Problem: Ständig zwischen verschiedenen Gmail-Accounts wechseln, unterschiedliche Passwörter merken und den Überblick behalten – das kann schnell nervig werden. Dabei bietet Gmail eine elegante Lösung, die viele Nutzer gar nicht kennen: Die Möglichkeit, mehrere E-Mail-Adressen in einem einzigen Account zu verwalten. Diese Funktion nennt sich „Senden als“ und ist ein echter Produktivitäts-Booster für alle, die professionell mit mehreren E-Mail-Identitäten arbeiten möchten.
Was sind E-Mail-Aliase und warum sind sie so praktisch?
Ein E-Mail-Alias ist im Grunde eine zusätzliche E-Mail-Adresse, die auf denselben Posteingang verweist. Der Clou dabei: Du musst kein neues Konto erstellen, keine separate Inbox verwalten und kannst trotzdem unter verschiedenen Absenderadressen kommunizieren. Du hast deine private Gmail-Adresse, möchtest aber auch unter deiner geschäftlichen Domain oder einem Projektnamen E-Mails versenden – genau hier kommen Aliase ins Spiel.
Der Vorteil gegenüber dem klassischen Ansatz mit mehreren Konten liegt auf der Hand: Alle E-Mails landen zentral in einem Posteingang, lassen sich dort mit Labels organisieren und du kannst beim Verfassen einer Nachricht einfach auswählen, welche Absenderadresse verwendet werden soll. Das spart Zeit und reduziert die Komplexität erheblich.
So richtest du einen E-Mail-Alias über „Senden als“ ein
Die Einrichtung ist überraschend unkompliziert, auch wenn sie auf den ersten Blick etwas versteckt wirkt. Zunächst öffnest du Gmail und klickst oben rechts auf das Zahnrad-Symbol, um die Einstellungen aufzurufen. Dort navigierst du zum Reiter „Konten und Import“ – hier versteckt sich die praktische Funktion.
Im Abschnitt „Senden als“ findest du eine Übersicht deiner aktuellen Absenderadressen. Über den Button „Weitere E-Mail-Adresse hinzufügen“ startet der Einrichtungsprozess. Gmail öffnet ein neues Fenster, in dem du die gewünschte E-Mail-Adresse sowie einen Anzeigenamen eingeben kannst. Dieser Name erscheint später beim Empfänger als Absender – wähle ihn also mit Bedacht.
Der Bestätigungsprozess: Warum diese Sicherheitsstufe wichtig ist
Nach der Eingabe kommt der entscheidende Schritt: Google muss sicherstellen, dass du tatsächlich Zugriff auf die angegebene E-Mail-Adresse hast. Dazu durchläuft die neue Adresse einen Verifizierungsprozess. Du musst also temporär Zugriff auf deren Posteingang haben – entweder direkt oder über Weiterleitung.
Diese Sicherheitsmaßnahme verhindert, dass jemand einfach fremde E-Mail-Adressen als Absender missbraucht. Google nimmt den Schutz vor Identitätsdiebstahl und Spam ernst, deshalb ist dieser Schritt unverzichtbar, auch wenn er einen kleinen Mehraufwand bedeutet.
Wie viele Aliase kannst du wirklich einrichten?
Jedes Gmail-Konto verfügt über mindestens einen Alias – nämlich die primäre E-Mail-Adresse selbst. Darüber hinaus kannst du weitere Absenderadressen hinzufügen. Die genaue Anzahl variiert und wird von Google nicht offiziell spezifiziert, deckt aber die meisten Anwendungsfälle problemlos ab. Die meisten Menschen benötigen vielleicht eine geschäftliche Adresse, eine für Projekte oder Nebentätigkeiten, eventuell eine für Newsletter-Anmeldungen und vielleicht noch ein oder zwei weitere für spezielle Zwecke.
Wer deutlich mehr Identitäten benötigt, arbeitet vermutlich in einem Umfeld, das ohnehin professionellere E-Mail-Management-Tools erfordert. Für Freelancer, kleine Unternehmer oder Privatpersonen mit mehreren Interessensgebieten ist die Funktion völlig ausreichend.

Clevere Anwendungsfälle für E-Mail-Aliase
Die Praxis zeigt, wie vielseitig diese Funktion eingesetzt werden kann. Freelancer nutzen oft verschiedene Adressen für unterschiedliche Kundenprojekte, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Blogger und Content Creator können unter ihrem Blognamen kommunizieren, während alle Nachrichten trotzdem in der gewohnten Inbox landen.
Besonders interessant wird es bei der Kombination mit Gmail-Filtern: Du kannst automatische Regeln erstellen, die E-Mails je nach Empfängeradresse mit unterschiedlichen Labels versehen oder in bestimmte Ordner sortieren. So behältst du die Übersicht, auch wenn alles in einem Posteingang zusammenläuft.
Ein weiterer praktischer Use-Case ist die Trennung von beruflicher und privater Kommunikation, ohne komplett separate Accounts führen zu müssen. Morgens checkst du alle E-Mails zentral, kannst aber beim Antworten gezielt die passende Absenderadresse wählen – professionell und effizient zugleich.
Der Unterschied zwischen Alias und Plus-Adressierung
Viele verwechseln die „Senden als“-Funktion mit Gmails Plus-Adressierung. Letztere erlaubt es, durch Anhängen von „+irgendetwas“ an deine Adresse (zum Beispiel [email protected]) unendlich viele Varianten zu erstellen. Diese landen alle im selben Posteingang und eignen sich hervorragend zum Filtern.
Der entscheidende Unterschied: Bei Plus-Adressen ist für jeden erkennbar, dass es sich um Varianten derselben Hauptadresse handelt. Bei echten Aliasen über „Senden als“ verwendest du komplett eigenständige Adressen, die nach außen völlig unabhängig wirken. Das ist deutlich professioneller und flexibler.
Verschiedene Signaturen für jeden Alias
Gmail ermöglicht es, verschiedene Signaturen zu speichern und beim Wechsel der Absenderadresse automatisch die passende einzufügen. Diese Funktion macht die Alias-Verwaltung noch professioneller. Du kannst für jede deiner „Senden als“-Adressen eine eigene Signatur hinterlegen – mit unterschiedlichen Kontaktdaten, Logos oder rechtlichen Hinweisen.
Beim Verfassen einer neuen E-Mail wählst du einfach über das Drop-down-Menü die gewünschte Absenderadresse aus, und Gmail fügt automatisch die passende Signatur ein. So wirkst du nach außen immer professionell, egal unter welcher Identität du gerade kommunizierst, ohne jedes Mal manuell die Signatur anpassen zu müssen.
Professionelles E-Mail-Management auf dem nächsten Level
Die wahre Stärke der Alias-Funktion zeigt sich im Alltag: Du sparst nicht nur Zeit beim Wechseln zwischen Accounts, sondern kannst auch deutlich strukturierter arbeiten. Kombiniert mit Gmails anderen Features wie Snooze-Funktion, Smart Compose und Priority Inbox wird dein E-Mail-Workflow richtig effizient.
Die Möglichkeit, mehrere E-Mail-Aliase über „Senden als“ zu nutzen, ist eine dieser Gmail-Funktionen, die das Tool von einer simplen E-Mail-App zu einem echten Produktivitätswerkzeug macht. Wer sie einmal entdeckt und eingerichtet hat, möchte sie nicht mehr missen – und wundert sich, warum nicht mehr Menschen davon wissen. Die Einrichtung ist denkbar einfach, die Vorteile im Alltag enorm.
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